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Berliner Comedyclub wird Parteizentrale

The Wall Comedyclub
Innenraum des Comedyclubs The Wall
Im Comedyclub „The Wall“ werden zukünftig auch politische Veranstaltungen stattfinden. (Foto: s/p)

Im Berliner Comedyclub The Wall werden zukünftig nicht mehr nur Stand-up-Shows stattfinden, sondern auch Veranstaltungen der neugegründeten Partei YOLO-69-420. Die Partei setzt sich laut Programm dafür ein, auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit von 420 km/h durchzusetzen, außer dort, wo schon ein Tempolimit von 70 gilt. Auf diesen Abschnitten soll stattdessen eine Beschränkung von 69 km/h gelten.

„We have found a wonderful partner […] and look forward to using this partnership to deliver our message in the hours when comedy shows are not able to run“, teilt die Partei auf ihrer Homepage mit. Bei den Parteiveranstaltungen dürften Mitglieder und Gäste Reden halten. Es handle sich dabei nicht um Comedyshows im Gewand politischer Kundgebungen. „It’s a free speech thing, not a comedy thing“, erklärt Foster Yow, Parteigründer und Clubbetreiber im Gespräch mit s/p. Allerdings sei es natürlich nicht verboten zu lachen.

Foster Yow, der Betreiber des Comedyclubs The Wall
Parteigründer und Comedyclubbetreiber Foster Yow (Foto: s/p)

YOLO-69-420 spricht sich für die generelle Einführung eines Tempolimits aus, wie Yow erklärt. Zwar wirkten die 420 km/h utopisch hoch und für die allermeisten Fahrzeuge ohnehin nicht zu erreichen. Es gehe der Partei aber mehr um eine theoretische Grenze. Ohne eine solche Grenze, so Yow, sei es theoretisch möglich, die Gesetze der Physik auszuhebeln, und das könne niemand ernsthaft wollen.

„Our feeling is that safety should be at the upmost importance and really, you only live once, hence the name“, begründet die Partei ihre inhaltliche Ausrichtung. Darüber hinaus habe ein Tempolimit ausschließlich positive Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, sagt Yow, von der Reduzierung der Zahl tödlicher Verkehrsunfälle bis zum schonenderen Umgang mit Ressourcen. Wirtschaft und Güterverkehr habe man aber im Blick, darum sei das Limit generell nicht zu streng gewählt. „We don’t want to stifle the car industry either“, sagt er.

Die konkret angestrebten Beschränkungen hätten übrigens nichts mit popkultureller Zahlenmystik zu tun. Es gehe allein um die politischen Inhalte. Geplant sei auch, in Zukunft an Wahlen teilzunehmen. In welcher Weise und auf welcher Ebene, müsse noch geklärt werden. Interessierte können sich zum ersten Mal am 2. April um Mitternacht, also in der Nacht von Freitag auf Samstag, ein Bild von Partei und Programm machen, wenn YOLO-69-420 zur ersten Veranstaltung in The Wall lädt.

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