observational comedy

Englisch für Beobachtungscomedy, klugsch. auch empiristische Comedy. Natürlich beruht zwar die allermeiste Comedy auf Beobachtungen von Comedians was nicht beobachtet wird, darüber kann nicht gesprochen werden. Mit observational comedy ist aber gemeinhin eine engere Auffassung von Beobachtungen gemeint. Im Fokus stehen die kleinen bis kleinsten, vermeintlich banalen Dinge, Erlebnisse oder Phänomene des alltäglichen Lebens. Dahinter steht oft die Überzeugung, dass sich gerade anhand der kleinen Dingen große menschliche Absurdität oder Idiotie aufzeigen lässt, da letztere beiden in den kleinen Dingen unbehindert wuchern können. (Siehe auch > necktie theory)

Vor allem im Stand-up-Kontext wird observational comedy häufig zusätzlich sprachlich markiert, zum Beispiel durch einleitende Floskeln wie „Have you ever noticed…?“, „Ist euch jemals aufgefallen…“, „Seid ihr jemals…“ oder das in Deutschland durch Mario Barth legendär gewordene „Kennste?“. Die Wendung „What’s the deal with…?“ wird oft US-Comedian Jerry Seinfeld zugeschrieben, allerdings lässt sich dies durch Aufnahmen nicht belegen.

Unbestritten ist aber Seinfelds Einfluss auf dem Gebiet, der mit seiner Stand-up-Comedy und der gleichnamigen Sitcom observational comedy und die gängige Auffassung von Stand-up-Comedy prägte wie vermutlich kein anderer Comedian der letzten 50 Jahre. Trotzdem: Seinfeld hat die observational comedy nicht erfunden. Als frühe Vertreter wären etwa in den 1950ern in den USA Shelley Berman zu nennen und im Vereinigten Königreich (zur selben Zeit) der Radio-Comedian Alfread Read.

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Synonyms: beobachtende Comedy

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