Engl. für respektiere den Kill, also den überaus gelungenen Auftritt. Eine von manchen Comedians vertretene Auffassung, derzufolge eine deutlich erzeugte handwerkliche Wirkung beim Publikum Anerkennung verdient, unabhängig von Originalität des Materials oder vom Prestige der eingesetzten Technik oder Stilrichtung.
Es ist etwas dran, denn Stand-up ist schwer, und wer meint, er könnte die Jokes von Mario Barth oder Dieter Nuhr einfach wiederholen und damit die gleiche Publikumswirkung erzielen, täuscht sich recht wahrscheinlich. Mario Barth kann kein originelles Material schreiben, aber er kann irgendetwas anderes, andernfalls würde er vor seinem Publikum nicht so hart killen. Punkt, aus. Wer respect the kill vertritt, beweist also, dass er Stand-up den Status als handwerklich komplexer Kunstform zuweist.
But then again… kann man sicherlich drüber streiten, ob wirklich ausnahmslos jeder Kill Respekt verdient. Denn ab einem bestimmten Level wissen viele Comedians genau, wie sie beim Publikum bestimmte Knöpfe erfolgreich drücken können. Und man soll tatsächlich schon von Comedians gehört haben, die sich hinterher für einen Kill geschämt haben. Welchem Lager man zuneigt, ist eine Geschmacksfrage, meine ich, solange man respect the kill nicht zur Immunisierung gegen jegliche Art von Stilkritik einsetzt.