Ivan Thieme: Fühl ich (2025)

Ivan Thieme ist eines der Urgesteine der Berliner Stand-up-Szene. Der Name ist nicht wegzudenken, irgendwie schon immer dagewesen, mit schon einigen Shows und Tourneen unter der Haube, ein Stand-up-Samurai, gleichwohl Thieme gerade erst 30 Jahre alt geworden ist. Zu seinem 10. Bühnenjubiläum legt er nun sein erstes Special vor, aufgezeichnet in der ufaFabrik in Berlin.

Leider wird es Thiemes gutem Ruf nicht gerecht. Jokes über verrückte Gestalten im Berliner ÖPNV hat man oft gehört. Sie erinnern an eine Comedy aus vergangenen Tagen, wenngleich das Bit mit einem schönen Vergleich der Ringbahn mit einem Teilchenbeschleuniger noch die Kurve kriegt.

Häufig spricht Thieme über lustige Erlebnisse („Einmal hab‘ ich was gemacht…“), anstatt lustig über Erlebnisse zu sprechen. Oder er bricht schnell ab und schwenkt um, bevor weiterführende Gedanken entfaltet werden könnten. So etwa bei der möglicherweise sensationellen Geschichte über eine Festnahme in einem Kino, in dem Thieme an der Kasse gearbeitet hat. Leider springt dabei wenig mehr heraus als die Info, welchen Film sich der Festgenommene gerade ansah. Amüsant ist das schon, aber amüsant wäre das auch, wenn es jemand anders erzählen würde. Die individuelle komische Stimme, die Thieme zweifelsohne hat und live unter Beweis stellt, wird in Fühl ich nicht besonders gut eingefangen.

Die schnellen Wechsel prägen den etwas assoziativen Charakter der Show. Es wirkt stellenweise, als habe sich Thieme für das Special nicht von manchen, eindeutig älteren Bits trennen können. Es ist unfair, ja, aber dem Künstler fällt ein wenig auf die Füße, dass er schon so lange im Geschäft ist.

Fühl ich, 50 min, abrufbar auf Youtube

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