Presseschau

Comedy-Presseschau vom 04.11.21

(Foto: Museums Victoria on Unsplash)
  • Viele werden als Legenden bezeichnet, aber hier stimmt’s ausnahmsweise mal: US-Stand-up-Comedian Mort Sahl ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Von Dave Chappelle bis Hannah Gadsby – Sahl sei der Wegbereiter für verschiedenste Typen Comedians gewesen, schreibt Jason Zinoman in der New York Times. Und weiter: „Sahl moved stand-up out of the era of joke books and into one in which material was not only original and specific to a performer but also a reflection of a distinct personality.“ Fred Kaplan zeichnet bei Slate Sahls Entwicklung vom Gesellschaftskritiker zum etwas selbstgerechten Konservativen nach. 
  • Anlässlich von Oliver Polaks demnächst startender Roastshow auf Netflix porträtiert das SZ-Magazin den Comedian und hat neben viel Comedy-Folklore (unter anderem geht es um die „Frage, die derzeit im deutschen Humorfach für Unruhe sorgt: Ist das noch lustig, oder kann das weg?“) auch eine sehr ehrliche Schilderung eines Polak-Bombings im Gepäck.
  • Die Süddeutsche Zeitung hat ferner ein Interview mit Ösi-Humorist Josef Hader (sorry für diesen Boulevardismus), der das, worum es in Comedy geht bzw. gehen kann auf diese schöne Formel bringt: „Dass man das Leben gewissermaßen auf ein Blatt Papier herunterbricht. Und damit die Deutungshoheit über diese sinnlose Existenz gewinnt.“
  • Kleiner Comedyserien-Block: In der FAZ attestiert Kim Maurus der ZDF-Serie Start the fck up eine „überreizte Form“ von Komik, „die bei den meisten Menschen dieser [jüngeren] Generation nur zu Stirnrunzeln führen dürfte“. Außerdem: Bei Paste beschreibt Jim Vorel anhand von Bob’s Burgers das Gefühl, der eigenen Lieblingsserie beim Verfall zuschauen zu müssen. Und: Deutsche Produktionen sind international nicht sehr gefragt, umso auffälliger, wenn der Transfer dann doch mal klappt. Die BBC hat The Cleaner gedreht, eine Adaption der deutschen Serie Der Tatortreiniger (mit Bjarne Mädel). Der Guardian rezensiert.

Schautipp: Green

Plakat des Stand-up-Kurzfilm Green

Manchmal verdichten Kunstwerke gesellschaftliche Konstellationen besser als der ausgefeilteste Essay. Der Kurzfilm Green der New Yorker Filmemacherin Kylie Murphy ist ein eindrückliches Beispiel dafür. Worum gehts? „A female standup is bumped when a famous comic returns following sexual misconduct allegations.“

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